Angst vor Kontrollverlust: Alles im Griff?

Angst vor Kontrollverlust: Alles im Griff?

Die Angst vor Kontrollverlust ist gleichbedeutend mit, "es" nicht "mehr" im Griff zu haben. Dabei haben viele Angst davor, den Job, die Beziehung, sein Selbst oder gar das Leben nicht mehr zu kontrollieren. Kontrolle verspricht Stabilität, gaukelt Sicherheit vor, stellt Erfolg in Aussicht! 

Selbstständige können ein Lied davon singen, wenn die Dinge entgleiten hat man Angst vor Kontrollverlust. Scheinbar ist nichts mehr wie gewohnt. Angst, weil man glaubt die Kontrolle zu verlieren, man fühlt Panik aufkommen, es stellt oft die Existenz in Frage: Existenzangst macht jede Bewegung unmöglich und wirkt auf Unternehmer bedrohlich.

Dabei unterliegen wir erst einmal dem Wahn alles optimieren zu wollen, optimieren zu müssen, weil nur damit das Leben gelingt, so glauben wir. Daher die vielen Versprechen einschlägiger Ratgeber: "Willst du Erfolg haben, dann musst du nur lernen, die Dinge zu kontrollieren."

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Kontrolle im Home Office

Im Büro "wollen" Sie sofort die ungeliebte Arbeit anpacken, Zuhause die Beziehung mit einer vermeintlich erfolgsversprechenden Aktion wieder in den Griff kriegen, zu kontrollieren, seinem eigenen Willen und seiner Logik unterstellen. 

Oder, wenn Sie als Selbstständiger im Home Office die geplanten Arbeiten liegen lassen, zu spät aus dem Bett kommen, schon um vier Uhr nachmittags mit den Kindern spielen, dann denken Sie, die Kontrolle verloren zu haben: "Aufschieberitis", man nennt das auch Prokrastination. 

Zwei Systeme haben die Kontrolle

Dabei ist es unmöglich alles zu kontrollieren. Willentlich, immer die perfekte Lösung aus dem Hut zu zaubern, das kann nicht klappen! 

Selbstkontrolle wird mit dem "Verstand" initiiert, denn der Wille entspringt dem Verstand. Dabei vergessen wir, das ein zweites System im menschlichen Gehirn gleichzeitig nach Informationen sucht und diese verarbeitet. Kreativ!

Das "Unbewusste" verfolgt andere Ziele wie der Verstand. Und die beiden Systeme sind in vielen Punkten unterschiedlich. Während der Verstand logisch nach Lösungen sucht, arbeitet das Unbewusste parallel auf vielen Ebenen.

Unbewusstes und Verstand

Unbewusst will unser Selbst, dass es uns gut geht nach dem Prinzip angenehm / unangenehm. Dieser Teil verarbeitet schnell, intuitiv, zuverlässig und aufgrund gemachter Lebenserfahrungen. Was Ihnen schadet, versucht Ihr Unbewusstes zu vermeiden. 

Hingegen jubelt das Unbewusste, wenn Sie sich entspannen, Energie tanken und regenerieren. Wenn wir müde sind, Hunger haben, oder unter Liebesentzug leiden, übernimmt dieses System die Kontrolle. Ihr Selbst tut automatisch, was Ihnen gut tut.

Diesen Umstand empfinden wir dann oft als Kontrollverlust, denn das zweite System, der Verstand arbeitet viel langsamer als das Unbewusste und Sie ahnen es, der Verstand ist anfällig auf Hungergefühle, Müdigkeit und Liebesentzug.

Selbstdisziplin und Selbstkontrolle entspringen aber aus dem Verstand und brauchen dauernde Konzentration und Kraftanstrengungen. Versuchen Sie einmal zu lächeln, wenn der Kunde am Freitag Abend überraschend einen Auftrag zurück zieht. Sie müssen sich schon ziemlich fest "am Riemen reißen", oder?

Sinnlose Perfektion

Wahrscheinlich entspringt die Angst vor Kontrollverlust aus dem Selbstanspruch, perfekt zu sein, perfekte Arbeit zu liefern, den Willen einen perfekten Körper zu haben. Perfektion im Job, im Unternehmen, im ganzen Leben.

Perfektion entspringt dem kindlichen Wesen, "nur, wenn ich perfekt bin, werde ich geliebt". Wem die Kunden fehlen zweifelt daran geliebt zu werden. Vielleicht auch, aufgrund eines mangelnden Selbstwertgefühls.

Früher oder später erkennen Sie aber, dass Perfektion unsinnig ist. Stetiger Kontrollverlust ist die Folge. Diffuse Ängste vor dem Verlust der Stabilität sind weitere Folgen.

Viele steigern ihre Anstrengungen, versuchen die Angst vor Kontrollverlust zu überwinden, wollen wieder die Kontrolle gewinnen. Die Bestsellerlisten sind voll von Ratgebern wie man die Kontrolle über sich gewinnt. Kontrollzwänge ist die Diagnose.

Der innere Schweinehund

Was wir als "inneren Schweinehund" bezeichnen ist das Unbewusste, das es mit seinem Besitzer nur gut meint. Wir möchten mit dem System "Verstand" das zweite System "Unbewusstes" kontrollieren.

Tatsächlich ist dieser Teil des Gehirns viel älter. Dort ist die Informationsverarbeitung zuverlässiger, schneller und hat dadurch viele Millionen Jahre für das Überlegen der Menschen gesorgt, - und diesen Teil wollen wir jetzt kontrollieren? Unterdrücken? Die Angst vor Kontrollverlust ist begründet; denn wir werden deshalb die Kontrolle immer verlieren!

Sie nehmen ständig an Gewicht zu? Sie möchten der Gesundheit zuliebe Sport treiben, die ungeliebte Buchhaltung erledigen, oder das unangenehme Gespräch mit dem Mitarbeiter führen. Leider klappt das nicht, denn das unbewusste Selbst hat ganz andere Pläne wie Ihr Verstand. Welche Wege gibt es also?

Selbstmanagement

Bestimmte Fähigkeiten des Selbstmanagements erlauben die Koordination von Verstand und Unbewusstem. Selbstregulierung ist das Stichwort. Dabei kann jeder in einem entsprechenden Selbstmanagement-Training lernen, wie mit den beiden Systemen umzugehen ist.

Noch besser: Selbstständige, Freiberufler und UnternehmerInnen können die eigenen Wert im Unternehmen leben. Strategie und Unternehmensziele mit den eigenen Motiven und Bedürfnissen in Übereinstimmung bringen. 

Dazu Selbstmanagement Kompetenzen trainieren, dazu eignen sich besonders die Methoden des Züricher Ressourcen Modells ZRM®. Dabei mache ich nur gute Erfahrungen.

Zürcher Ressourcen Modell "ZRM®"

Das Zürcher Ressourcen Modell «ZRM®» ist ein Selbstmanagement-Training. Entwickelt haben es die beiden Wissenschaftler Dr. Frank Krause und Dr. Maja Storch für die Universität Zürich. Dabei wird es laufend auf seine Wirkung hin überprüft. Viele Coaches, Therapeuten und Trainier sind von der Wirksamkeit in vielfältiger Weise überzeugt. «ZRM®» beruht auf aktuellen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zum menschlichen Lernen und Handeln. Dabei können die Teilnehmer im Coaching und mittels Training ihre Selbstmanagementkompetenzen effektiv entwickeln.  

Denn im Home Office ist der Selbstständige allein, niemand hilft ihm, seine Ziele zu erreichen. Selbstständige benötigen für ihren Arbeitsalltag hilfreiche Kenntnisse und Tools aus dem Selbstmanagement.

Angst im Job: Sie möchten ihre Redeangst überwinden weil eine Präsentation helfen könnte, dass sie neue Kunden gewinnen, sich in Abgrenzung üben, lernen Nein-zu-sagen, wenn der Kunde unmögliche Wunder verlangt.  

Mittels Selbstmanagement Kompetenzen stellen sie in ihrem Arbeitsalltag Selbstmotivation her, indem sie zuvor geeignete Ziele und Handlungspläne formulieren, die sie dann aus eigener Kraft verfolgen. 

Fremdziele vs Eigenziele

Dazu erweist sich die Unterscheidung zwischen Fremdzielen und Eigenzielen als enorm wichtig. Fremdziele werden "willentlich" im Verstand formuliert, sind oft von der Arbeitsumgebung und gesellschaftlichen Strömungen beeinflusst. 

Eigenziele entstehen aus Impulsen aus dem Unbewussten, den Bedürfnissen und Motiven, sind koordiniert und abgeglichen mit dem Verstand. Wenn Sie diese Faktoren bei der Zielsetzung berücksichtigen, profitierten Sie auf dem langen Weg bis zum Ziel von Selbstmotivation.

Selbstregulierung und Selbstkontrolle sind Teile des Selbstmanagements. Beispielsweise, wenn Sie abends noch eine wichtiges Kundenprojekt beenden, anstatt wie vorgesehen mit Ihrer Partnerin einen gemütlichen Abend zu verbringen. Sie wollen hingegen, am anderen Tag dem Kunden eine perfekte Präsentation zeigen.

Stressbewältigung

Selbstkontrolle hat immer einen hohen Preis. Selbstkontrolle kann die Ursache für erhöhten Stresspegel sein. Langfristig hat übermäßige Selbstkontrolle sogar Burnout Symptome zur Folge. Depression und Angststörungen können weitere Folgen sein. Stressbewältigung wäre demnach, etwas weniger Selbstkontrolle.

Der Sozialpsychologe Roy Baumeister hat zu den negativen Auswirkungen der Selbstdisziplin in vielen wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass der Verstand schnell erschöpft ist, wenn er die Impulse des Unterbewusstseins unterdrückt.

Trotzdem wird in der Literatur übermäßig vom Willen zur Disziplin gesprochen. Der Wille soll helfen, dass wir keine Angst vor Kontrollverlust haben müssen.

Angst vor Kontrollverlust vergessen

Mit einem tieferen Verständnis zu sich und wie man tickt gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen. Die PSI-Theorie von Dr. Julius Kuhl bietet dazu eine erstklassige Basis, ein erster Schritt könnte eine Persönlichkeitsanalyse für Unternehmer sein.

Dabei helfen persönliche Erkenntnisse zu unbewussten Bedürfnissen und welches Ihre primären Motive sind, um Ihre Antreiber für zielgerichtete Handlungen zu identifizieren. Für uns Selbstständige wichtige Informationen.

Das erreichen Sie durch vermehrte Selbstreflexion, Selbstkenntnisse und die Ergebnisse einer Potenzialanalyse unterstützen die Selbstfindung zudem. Damit kennen Sie die Zutaten für Ziele, die auch Ihr Unbewusstes unterstützen.

Selbstmotivierende Unternehmensziele sind die Folge verbesserter Selbstkenntnis, ein vertieftes Verständnis für die eigene Persönlichkeit und was Ihr Handeln antreibt: die Angst vor Kontrollverlust haben Sie dann schon vergessen.

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