​Minimumgesetz

​Liebig's Minimumgesetz​

Die Grundlage der EKS-Strategie als Wachstumsstrategie ist das Liebigsche Minimumgesetz wonach das Wachstum von Systemen nur vom limitierenden Faktor gesteuert werden kann. Diese Ressource genannt Minimumfaktor beschleunigt oder bremst also das Wachstum eines Systems.

Tatsächlich wurde das Minimumgesetz nach Liebig von Carl Sprengel 1828 formuliert. Es besagt, dass das Wachstum von Pflanzen nur vom limitierenden Faktor beeinflusst werden kann. Die knappste Ressource (neben Kohlenstoffdioxid, Wasser, Licht) wird auch als Minimumfaktor bezeichnet. Das Wachstum einer Pflanze kann also nur vom Minimumfaktor her durch Düngung beschleunigt werden. 

Wachstumsspirale und Entwicklung

​Damals herrschte in Europa Hungersnot und man dachte, dass die Menschen verhungern müssten, weil die Bevölkerung schneller wachse als die landwirtschaftliche Produktion. Die Lebensmittel würden knapper und die Hungerkatastrophe sei unvermeidbar. Eine einzige Entdeckung setzte damals eine ​gigantische Wachstumsspirale in Gang.

Durch die Entdeckung des Mineraldüngers entdeckte Liebig (bzw. Sprengel) ​ein Entwicklungsprinzip der Natur: Das dringendste Problem der damaligen Zeit war der Mangel an Lebensmitteln. Durch die Lösung dieses Problems setzte ​sich eine gewaltige Wachstumsspirale in Gang. Eine Kettenreaktion mit ungeahnten Auswirkungen auf das gesamte wirtschaftliche, politische und soziale System.

​Wichtiges zum Minimumfaktor

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    ​Die Entwicklung und Ertrag jeder Pflanze (und jedes komplexen Systems) lassen sich erstaunlich steigern
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    ​Jede Pflanze benötigt zum Wachstum ganz bestimmte Faktoren ​- ​und zwar die Faktoren Kali, Kalk, Stickstoff und Phosphorsäure;
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    ​Für Wachstum und Ertrag ist nur ein Faktor bestimmend, der Minimumfaktor, der jeweils knappste unter den notwendigen Faktoren.
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    ​Wenn alle notwendigen Faktoren vorhanden sind, wächst die Pflanze von allein. Sie verwandelt die vorhandenen Mineralien in einem komplexen kybernetischen Prozess in Wurzeln, Zweige, Blätter, Blüten und Früchte um. Das bedeutet, sie organisiert eine ​hohe Zahl von Vorgängen selbst und zwar besser, als der beste Landwirt das für sie tun könnte.
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    ​Dieser Selbstorganisationsprozess stoppt aber dort, wo einer der notwendigen Faktoren (Minimumfaktor) fehlt bzw. zu wenig vorhanden ist. Dann stagniert die Entwicklung der Pflanze, bzw. sie verkümmert.

​Nach Mangel folgt Überfluss

Als sei ein Knoten der Menschheitsentwicklung gelöst worden wirkte die Entdeckung des Minimumgesetz auf das Grundproblem der damaligen Weltbevölkerung. Das gesamte biologische und später auch das wirtschaftliche und soziale Wachstum kam in Gang. Die Ernteerträge wurden vervielfacht und nach einigen Jahrzehnten herrschte nicht Mangel, sondern Überfluss.

​Dabei muss man die Theorie des abnehmenden Ertragszuwachses der Ökonomie beachten. Sie geht davon aus, dass der zehnte Arbeiter am Fließband weniger zur Gesamtproduktivität beiträgt als der fünfte und sich deshalb alle Ertragskurven irgendwann wieder abwärts bewegen.

​Das Gesetz, dass der Ertrag langsamer wächst als die (lineare) Anstrengung, sei ein Naturgesetz meinten die Oekonomen zu den Zeiten Malthus. Er sagte Malthus damals voraus, dass die Menschheit verhungern müsse. Aber die Entdeckung Liebigs brachte die Lösung. Mit der von ihm entdeckten minimumorientierten Düngung wurde das angebliche Naturgesetz des abnehmenden Ertragszuwachses durchbrochen und eine schlagartige Steigerung der biologischen Erträge erreicht.

EKS-Strategie - Minimumprinzip -Ertragsgesetz

Diese Kettenreaktion stoppte jedoch nicht bei den größeren Lebensmittelmengen, sondern setzte sich im übrigen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben fort. Unbewusst wurde durch das Minimumgesetz auch ein Grundprinzip eines bisher unbekannten Phänomens, den Selbstorganisationsprozess der Natur entdeckt und so die Grundlage für ein neues Denken und Handeln bzw. ein Managementprinzip für komplexe und vernetzte Systeme geschaffen.

Minimumfaktor und Wachstumsbeschleunigung

Welche Bedeutung der Minimumfaktor auf das Wachstum von Unternehmen hat wurde erst später so richtig bewusst. Dazu zeigte sich, dass die Orientierung am Minimumfaktor eine faszinierende Doppelwirkung hat: Die ​Erträge einer Pflanze werden Höher, gleichzeitig verschwindet eine vorhandene Überdüngung. Es findet eine automatische Sanierung statt.

Das alles geschieht in einem Selbstorganisationsprozess, indem man den Minimumfaktor hinzufügt bzw. den Engpass löst. ​Der Minimumfaktor behindert das Wachstum. Man braucht nur den fehlenden Faktor nach zu düngen und die Pflanze entwickelt sich weiter, bis wieder ein Faktor knapp wird und das Wachstum jetzt an diesem Mangel stoppt.

​Minimumfaktor - Minimumgruppe - Engpass

Die EKS® bezeichnet die knappste Ressource als Minimumfaktor. Sie ist der wachstumsbegrenzende Faktor. Wer diesen Faktor besitzt, ist die Minimumgruppe. Einem Unternehmen stellt sich nun die Frage, was hindert die Minimumgruppe, mir den Minimumfaktor zu geben. Das ist dann der Engpass, welcher zu lösen ist. Zum Beispiel, wenn Nachfrage der limitierenden Faktor ist: Was hindert die Minimumgruppe (Kunde), mir den fehlenden Faktor (Nachfrage) zu geben? Ist es der Preis, die Qualität, die Funktion des Produkts oder vielleicht die Kommunikation mit der Minimumgruppe?

​Vom Minimumfaktor aus kann dieser Selbstorganisationsprozess verlangsamt, gestoppt, beschleunigt ​oder vollkommen aufgelöst werden – ​nur vom Minimumfaktor her. Sich um andere Faktoren als den jeweiligen limitierenden Faktor (Minimumfaktor) zu kümmern, ist nicht nur wirkungslos, sondern schädlich.

​Die Macht des Minimumfaktors

​​Es ist naheliegend, ​dasjenige Unternehmen ​genießt den größten Markteinfluss, welches ​über den Minimumfaktor verfügt. Macht und Einfluss gehen direkt mit dem Zugang oder Besitz des Minimumfaktors einher.​ Wenn Rohstoff knapp ist, ​liegt die Macht bei den Rohstofferzeugern, wenn die Verarbeitungs- und Produktionskapazitäten begrenzt sind, liegt die Macht bei den Verarbeitern und Produktionsmittelbesitzern und wo der Absatz der Minimumfaktor ist, liegt die Macht bei den Zielgruppenbesitzern.

Letztendlich liegt darin der Grund verborgen, weshalb Mewe's ​engpasskonzentrierte Strategie (EKS®) das Hauptaugenmerk auf den Zielgruppenbesitz legt. Unabdingbares Instrument ist dazu die heutige EKS-Bilanz® zur Engpass-Analyse sowie ​ausführliche Kenntnisse der ​aktualisierten Machtlehre​. Deshalb ist die Positionierung des Unternehmens als Schlüsselposition im Markt definiert, ​dort wo der grösste Einfluss auf das Marktgeschehen möglich ist.

Erwin Schmäh - EKS-Manager - Strategieberater - EKS-Strategieberatung

Wenn Sie mehr zu EKS-Managem​​​​ent-Services wissen wollen, ​​​​dann schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an. Ihre Wünsche, Ziele und Anforderung klären wir Punkt für Punkt. 

Erwin Schmäh, EKS-Manager