Wie kann ich Gelassenheit üben?

Gelassenheit üben gelassener werden

Kann man Gelassenheit üben? Gelassenheit beginnt im Kopf, setz sich im Köper fort. Gelassenheit ist Synonym für Coolness und selbstbewusstes Auftreten. Gelassenheit ist aber weit mehr, als bloß gelassener oder beherrscht zu sein.

Wer gelassen handelt, innere Ruhe findet und sich seelisch im Gleichgewicht befindet, gewinnt Lebensqualität. Gelassenheit ist die Voraussetzung für Selbstzugang was gleichbedeutend ist, dass man Zugriff auf seine gesammelten Erfahrungen hat. Ein wichtiger Punkt!

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Gelassenheit beginnt im Kopf

Gelassenheit üben, bedeutet den Wechsel von einer besorgten Emotion in eine entspannte Haltung. Anfänglich gestaltet sich dieser Switch als schwierig, gewollt gelassen zu sein. Auf der anderen Seite gewinnt an Übersicht und Selbstbewusstsein, wer Gelassenheit initiiert.

Die Kunst besteht folglich darin, von einem aufgewühlten und besorgten Zustand in eine entspannte, heitere und gelassene Haltung zu finden. Dieser Wechsel ist mit etwas Geduld und Übung bald möglich. Wie werde ich gelassener und ruhiger?

Dabei tauschen Sie negative Gefühle und Besorgnis in eine positive Stimmung mit Gestaltungskraft, Kreativität und Selbstverständlichkeit. Sie fixieren sich dann nicht mehr auf Risiken sondern entdecken Chancen und Möglichkeiten. Sie lernen damit Gelassenheit, indem Sie darauf zusteuern und innere Ruhe finden!

Vertrauen in sein Selbst

Es scheint, dass Gelassenheit Selbstvertrauen voraussetzt. Oder umgekehrt, dass mehr Gelassenheit das Selbstvertrauen stärkt? Tatsächlich scheint eher das Zweite der Fall zu sein. Wer in der Lage ist, seine negativen Affekte und Sorgen zu beruhigen, findet wieder Zugang zum Selbst. Damit kann er selbstbewusster werden.

Wenn ich meinen Erfahrungen vertraue, nehme ich das Geschehen gelassener hin und reagiere automatisch passend. Jeder hat das schon einmal erlebt. Mit Gelassenheit liefert das Unbewusste rasch die passenden Reaktionen, Schlagfertigkeit und kreative Ideen am Laufmeter. Das Gehirn hat in gelassenem Zustand blitzschnell Zugriff auf alle Erfahrungen, und signalisiert seinem Besitzer was ihm gut tut.

Ziele verfehlen

Wenn man ein gesetztes Ziel verfehlt, befasst man sich mit dem Geschehenen eine angemessene Weile. Idealerweise konfrontiert man sich mit seinen Fehlern, bewertet die Risiken neu und bereinigt allfällige Unstimmigkeiten. Dieser Lernprozess ist manchmal schmerzvoll. Gerade dies fördert die Selbstentwicklung. Wer sich mit den negativen Seiten einer Erfahrung konfrontiert kann daraus lernen und für zukünftiges Verhalten Schlüsse ziehen.

Anschließend gilt es wieder in den Zustand der Gelassenheit zu wechseln und vertrauensvoll in die Zukunft zu schauen: Ich vertraue, dass die gemachte Erfahrung in mein Selbst integriert wurde und bei Bedarf "automatisch" zur Verfügung steht. Mein Unbewusstes meint es nämlich immer gut mit mir.

Voraussetzung für Gelassenheit

Jeder weiß aber, dass er oft selbstfremde Ziele verfolgt. Vielleicht sind es Vorstellungen der Mutter oder des Vaters, weshalb man sich ein bestimmtes Leistungsziel steckt. Manchmal ist man sich dessen bewusst, häufig jedoch bleibt diese Erkenntnis im Dunkeln versteckt. Letztendlich eine Ursache von erhöhtem Stress und innerer Unruhe.

Wer ständig Ziele verfolgt, die nicht zu seinen unbewussten Bedürfnissen passen, setzt sich unter permanenten Stress, gerade deshalb, weil die Ursache dieser verborgenen Stressquelle unbekannt ist. Erfolgreiche Stressbewältigung hat demnach die Aufgabe, solche Fremdziele aufzudecken.

Wie aber gelingt es dem Einzelnen, hauptsächlich eigene Ziele zu verfolgen? Ziele die dem persönlichen Bedürfnis entsprechen, denn gerade dieser Aspekt sorgt für Gelassenheit. Dazu hilft zu Beginn eine Potenzialanalyse woraus hervor geht, wie stark ausgeprägt die bewussten und unbewussten Motive und Bedürfnisse eines Menschen tatsächlich sind.

Psychische Gesundheit fördern

Eine solche systematische Analyse untersucht die menschlichen Reaktionen die sensibel für gewünschte Veränderungen sind. Persönlichkeit entwickeln, weil ich einen Entwicklungsprozess auslöse und für meine psychische Gesundheit sorge.

Menschen die mehrheitlich ihre tatsächlichen Bedürfnisse und Motive befriedigen leben gesünder. Man überfordert sich weniger, wenn alltägliches Handeln den wirklichen Bedürfnissen entspricht. Überfordere ich mich, indem ich mehr tun möchte, oder, mehr tun muss, als tatsächlich meiner Motivlage entspricht, können Selbstzweifel, innere Unruhe, Schamgefühle oder sogar systematische Selbstentwertung die Folgen sein.

Deshalb hilft mir ein aktuelles Selbstbild meine Potenziale zu entdecken, berufliche Chancen zu erkennen und versteckte Stressoren zu vermeiden.

Innere Gelassenheit lernen

Seelenruhig und entspannt Misserfolge hinnehmen ist nicht was ich oben beschrieben habe, das sollte mittlerweile klar geworden sein. Lächelnd Schmerzen zu ertragen bedeutet demnach, dass ich unter Umständen über einen ungenügenden Selbstzugang verfüge. Denn wie soll ich damit eine schmerzhafte Erfahrung verinnerlichen?

Meistens zeugt übertriebene Coolness von innerer Distanziertheit. Beispielsweise wollen Jugendliche immer cool sein! Coolness ist in der Jugend eine hilfreiche Schutzhülle, die das Innere verstecken soll. Es ist gespieltes Selbstbewusstsein, um seine Zugehörigkeit zu bestätigen und sich gleichzeitig abzugrenzen.

Gelassenheit im Alter

Das Buch "Gelassenheit" von Wilhelm Schmid beschreibt wie Gelassenheit mit dem älter werden entsteht und was wir daraus gewinnen. Herrlich zu lesen. Daraus möchte ich ein Kapitel hervor heben: "Ein Verhältnis zum Tod, um mit ihm leben zu können". Gerade die Konfrontation mit dem Tod, Respekt gegenüber dem Leben und seine Endlichkeit, macht uns Menschen gelassener.

Solange aber die selbstfremden Ziele der Peergroup verfolgt werden, müssen Selbst-Beherrschung und Kaltblütigkeit die Oberhand behalten. In der Tiefe der Seele kann so niemals Ruhe einkehren. Wahrscheinlich ist diese Strategie in der Jugendzeit zielführend, um Anerkennung zu gewinnen.

Später gilt es jedoch, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass man seine eigenen Motive und Bedürfnisse erfüllt. Deshalb gilt es für einen Erwachsenen, die gelernten Strategien den wahren Bedürfnissen anzupassen.

Wer cool und gelassen ist, muss sich auch mit den Schmerzen und Misserfolgen konfrontieren. Ansonsten kann sich sein Selbst nicht entwickeln. Deshalb wird Selbstbewusstsein häufig von Menschen angestrebt die sich zu lange in sorgenvollem Zustand befinden. Dass dieser Zustand auch eine Ressource ist, wird dabei oft übersehen.

Gelassenheit üben ist Selbstentwicklung

Gelassenheit ist freudig, neugierig und mit Spass zu handeln. Herausforderungen annehmen, Sorgen und Ängste überwinden und Besorgnis eine Weile zurück zu lassen. Wer regelmäßig von negativen Emotionen Abstand nimmt und seinen Fokus auf Chancen, Möglichkeiten und das Selbstverständliche richtet, gewinnt Gelassenheit.

Die Freude an neuen Erfahrungen scheint dazu eine Voraussetzung zu sein. Andererseits meint der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid, dass der "Verzicht auf hektisches Agieren" die Gelassenheit unterstützt. In seinem Buch "Was wir gewinnen, wenn wir älter werden“. behauptet er, dass unsere Sicht der Dinge entscheidet, ob wir gelassen sind.

Erfahrungen aus meiner Praxis bestätigen zudem, dass allein die Akzeptanz einer Tatsache für Entspannung sorgt. Besonders, wenn es sich um ein schmerzliches Erlebnis handelt. In der Tiefe akzeptiert man in diesem Moment das Unveränderliche und kann es damit zurück lassen.

Gelassenheit mit dem Fluss gehen

Gelassen vom Fluss des Lebens treiben lassen..

Wer in einem Fluss mit starker Strömung schwimmt, erfährt am eigenen Leib die Strömung. Er spürt den Unterschied, gegen den Fluss zu schwimmen oder sich mit dem Fluss treiben zu lassen: Letzteres ist ruhig, entspannt und oft erheiternd.

Tipps: Wie Sie Gelassenheit üben

Wie Sie Gelassenheit üben und gezielt diese Emotion herstellen bzw. Besorgnis und Grübeln vermeiden, sehen Sie in den beiden folgenden Listen: Damit Sie innerlich zu Ihrem Ruhepol finden, gegen das Tempo und die Hektik des Alltags und vielleicht zur Selbstreflexion und besseren Berufsfindung.

Was man besser nicht tut:

  • sorgenvolles Grübeln
  • mögliche Misserfolge vornweg nehmen
  • ständige und pausenlose Selbstentwertung
  • immer die gleichen Schuldgedanken pflegen
  • Furcht vor Hilflosigkeit und Misserfolg pflegen
  • pausenloses Suchen nach Risiken und Gefahren
  • falsche Schamgefühle kombiniert mit der Frage: Genüge ich?

Was man für mehr Gelassenheit tun könnte:

  • regelmäßig Feelgoodhappy Musik anhören (Heiterkeit und Freude initiieren)
  • Meditation zur Selbstberuhigung 
  • einen Kraftort aussuchen, wo man sich ruhig und besonnen fühlt
  • einen Buda als Schlüsselanhänger besorgen, als Anker für Gelassenheit
  • eine Figur als Anker für Coolness nutzen (Roger Moore als James Bond)
  • häufiger "sowohl als auch" zu leben
  • ein Lebensmotto für Gelassenheit erarbeiten
  • sich der Heiterkeit und Gelassenheit zuwenden und seinen Erfahrungen vertrauen

Kann man innere Gelassenheit herstellen?

Ja, man kann gelassene Stimmung suchen und immer wieder herstellen. Tiefgründige Menschen werten dies häufig als oberflächliches Getue. Gerade, weil Gelassenheit eine wichtige Emotion ist in welcher Sie Zugriff auf alle Erfahrungen haben, ist diese Emotion bei (Studien-) Prüfungen oder in kreativen Momenten sehr hilfreich.

In der Gelassenheit versteckt sich eine Form des Vertrauens, nämlich seinen Erfahrungen und seinem Menschsein. Deshalb bedeutet Gelassenheit üben, sich immer wieder der Heiterkeit zuwenden. Die dazugehörige Emotion löst Gelassenheit und Selbst-Bewusstsein aus.

Was tun Sie, um gelassener zu werden? Schreiben sie mir, ich würde mich freuen, davon zu erfahren.

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