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Das Minimumgesetz

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Das Minimumgesetz in der Unternehmensführung betont die Bedeutung der knappsten Ressource für den Erfolg. Es zeigt auf, wie die effiziente Nutzung dieser knappen Ressource den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen kann. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Ressourcen analysieren und gezielt einsetzen können, um Ihre Unternehmensziele zu erreichen.

Das Minimumgesetz von Justus von Liebig?

Das Minimumgesetz von Justus von Liebig, welches von Carl Sprengler 1828 publiziert wurde, besagt, dass das Wachstum eines Organismus oder einer Pflanze durch die knappste Ressource begrenzt wird. Das bedeutet, dass selbst wenn andere Faktoren wie Wasser, Licht und Nährstoffe in genügender Menge vorhanden sind, das Pflanzenwachstum immer nur so stark sein kann, wie es die knappste Ressource zulässt. Dieses Prinzip wurde von dem deutschen Chemiker und Agrarwissenschaftler Justus von Liebig (1803-1873) populär formuliert.

Modell der «Minimumtonne»: In diesem Modell ist eine Tonne mit unterschiedlich hohen Fassdauben dargestellt.

Engpässe dargestellt in Fassdauben

Das Liebig’sche Minimumgesetz wird oft mit dem Modell der «Minimumtonne» veranschaulicht: In diesem Modell ist eine Tonne mit unterschiedlich hohen Fassdauben dargestellt. Wasser fließt in die Tonne und steigt nur so hoch wie die kürzeste Daube, da es durch die entsprechende Lücke im Rand wieder abfließt. Die Fassdauben repräsentieren verschiedene Nährstoffe und andere Wachstumsfaktoren, wobei die kürzeste Daube den Minimumfaktor darstellt. Der Wasserstand im Fass symbolisiert das Pflanzenwachstum, das durch den jeweiligen Minimumfaktor begrenzt wird.

Das Minimumgesetz und die EKS-Strategie

Die EKS-Strategie, entwickelt von Wolfgang Mewes, ist eine Strategie und Methode, die neben anderem auf die Identifikation und Bewältigung von Engpässen im Unternehmen abzielt. Die EKS-Strategie basiert auf dem Liebig’schen Minimumgesetz als Grundlage für Unternehmenswachstum.

Wie oben beschrieben besagt das Minimumgesetz, dass das Wachstum von Systemen allein durch den knappsten Faktor, den sogenannten Minimumfaktor, gesteuert wird – dieser Faktor kann das Wachstum beschleunigen oder bremsen. Selbst wenn alle anderen Faktoren im Überfluss vorhanden sind, wird zum Beispiel eine Pflanze nicht weiter wachsen, wenn ein bestimmter Faktor, wie Kalium (siehe Bild), knapp ist.

Ähnlich verhält es sich in Unternehmen, wie viele Selbständige und Manager schon oft schmerzlich erfahren mussten: Selbst bei vielen Aufträgen kann das Wachstum des Unternehmens gebremst werden, wenn es z.B. an Arbeitskräften mangelt. Hierbei stellt der knappste Faktor die «Fachkräfte» dar.

Minimumfaktor und Minimumgruppe

Es ist wichtig zwischen dem Minimumfaktor, der Minimumgruppe und dem Engpass zu unterscheiden. Der Minimumfaktor ist der knappste Faktor, der das Wachstum begrenzt. Diejenigen, die diesen Faktor besitzen, bilden die Minimumgruppe. Der Engpass ist das, was die Minimumgruppe daran hindert, den Minimumfaktor bereitzustellen. Dieser Engpass muss im Unternehmen mit allen Kräften gemeinsam mit dem EKS-Manager gelöst werden.

Unternehmensentwicklung

Die Entwicklung eines Unternehmens ist ein Integrationsprozess, bei dem Aufträge, Mitarbeiter, Vorleistungen wie Rohstoffe, Kapital und Fachwissen erforderlich sind, um Wachstum zu ermöglichen. Unter diesen Faktoren ist der jeweilige Minimumfaktor entscheidend. Er allein bestimmt, ob und in welchem Tempo das Unternehmen wächst, und beeinflusst die Integration der anderen Faktoren maßgeblich.

Strukturelles Vorgehen

In der Unternehmensentwicklung spielen begrenzende Faktoren eine wichtige Rolle. Das Fehlen von bestimmten strukturellen Elementen, also den Minimumfaktoren, kann vorübergehend oder dauerhaft das Wachstum des Unternehmens einschränken. Zudem erfordert jede Innovation, dass sie an den funktionell schwächsten Stellen ansetzt, um ausreichende Effizienzsteigerungen zu erzielen und das Wachstum zu beschleunigen. Ein mögliches Vorgehen sieht man anhand der folgenden Punkte:

Engpässe identifizieren:

Ähnlich wie das Liebig’sche Minimumgesetz fordert die EKS-Strategie Unternehmen auf, ihre Engpässe oder begrenzenden Faktoren zu erkennen. Dies könnten finanzielle Engpässe, Engpässe in der Produktion, im Vertrieb oder im Personalwesen sein.

Priorisieren:

Meistens sieht man eine Menge von Faktoren, die das Wachstum behindern könnten. Nach der Identifikation der Engpässe ist es deshalb wichtig, sie nach ihrer Relevanz und ihrem Einfluss auf das Unternehmenswachstum zu bewerten und zu priorisieren. Welcher Engpass hat die größte Auswirkung?

Ressourcen lenken:

Wie im Liebig’schen Minimumgesetz müssen Unternehmen in der EKS-Strategie ihre begrenzten Ressourcen, sei es Zeit, Budget oder Arbeitskräfte, auf die Überwindung dieser Engpässe konzentrieren. Dies bedeutet, dass Sie gezielte Maßnahmen ergreifen müssen, um die Engpässe zu beseitigen oder zu minimieren.

Kontinuirliche Überwachung:

Die EKS-Strategie betont auch die Notwendigkeit, die Situation regelmäßig zu überwachen und sicherzustellen, dass die Engpässe unter Kontrolle bleiben. Ähnlich wie in der Landwirtschaft, wo die knappste Ressource in verschiedenen Zeiten variieren kann, können auch Unternehmensengpässe sich ändern und erfordern laufende Anpassungen.

Insgesamt sind das Liebig’sche Minimumgesetz und die EKS-Strategie als Ansätze zu betrachten, die das Wachstums komplexer System ermöglichen d.h. sich auf die begrenzende Faktoren konzentrieren, um das Wachstum eines Systems zu beschleunigen.

Erwin Schmäh

Als lizenzierter EKS-Manager biete ich Unternehmensberatung für kleine und mittlere Unternehmen an: Strategieberatung und Unterstützung mit den Modellen und Methoden der Engpasskonzentrierten Strategie.