Nein sagen und sich abgrenzen lernen

Abgrenzen Nein sagen lernen

Nein sagen und sich abgrenzen lernen ist wichtig, auch für mehr Erfolg in Beruf und Privatleben. Wer es nicht kann, will es lernen! Abgrenzen und Nein sagen geht nicht ohne jemanden zu enttäuschen, denn andere erwarten kein Nein.

Wollen Sie zu Ihrem wahren Ich stehen? Selbstbestimmt im Leben stehen? Dann sollte vor einem "Nein" gegenüber Dritten, ein selbstbewusstes "Ja" zu sich selbst stehen.

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Nein sagen hat einen Preis

Nein sagen versteht sich hier als Abgrenzung. Sich von den Wünschen anderer Menschen zu distanzieren: von den Aufträgen des Chefs oder der ungelegenen Bitte einer Nachbarin, die tratschen möchte. Mit Nein zu antworten grenzt ab und distanziert.

Verloren ist, wer sein Nein mit seinem Menschsein in Zusammenhang bringt und glaubt, damit ein besserer bzw. ein schlechterer Mensch zu sein. Nein sagen macht aus niemandem einen anderen Menschen.

Hingegen hat es seinen Preis, jemandem einen Wunsch abzuschlagen genau so, wie jemandem eine Bitte zu erfüllen.

Es gilt immer beide Seiten der Medaille zu sehen, jeweils die Konsequenzen seines Handelns zu prüfen und erst anschließend auf eine Frage zu antworten.

Nein sagen oder zu enttäuschen

Einfacher gesagt als getan. Oft versuchen Fragende zu manipulieren, um die Wahrscheinlichkeit einer positiven Antwort zu erhöhen. Der Bittende lastet beispielsweise seine Enttäuschung bewusst seinem Gegenüber an, als ob dieser Schuld hätte, dass er als Bittender enttäuscht wurde.

Solche Manipulationsversuche zu durchschauen und adäquat zu beantworten ist hilfreich. Hingegen ist es unmöglich, Enttäuschungen zu vermeiden oder niemals selbst enttäuscht zu werden.

Nein gegenüber den Eltern

Erwachsene sind in der Lage zu enttäuschen oder enttäuscht zu werden. Dagegen vermeiden Kinder ihre Eltern zu enttäuschen. Sie möchten zur sicheren Gemeinschaft gehören. Ein klares Nein gegenüber den Eltern würde für ein Kind den Verlust der Zugehörigkeit bedeuten. Es wäre allein und müsste für sich selbst sorgen.

Der Ausschluss aus der sicheren Gemeinschaft ist für ein Kind lebensbedrohlich und mit großer Angst verbunden. Diese Angst verliert ihre Bedrohlichkeit mit dem Übergang ins Erwachsensein.

Nein sagen  ist Abgrenzung

Erinnern Sie sich noch, wie Sie das erste Mal den Eltern ein ‚Nein’ entgegen schleuderten? Es ist pure Abgrenzung. Mental ist der Jugendliche bereit, die sichere Familie zu verlassen aber emotional reicht es noch nicht.

Er will selbstbewusster werden und auf eigenen Füssen stehen. Manchmal helfen die Freunde, um in gemeinsamer WG die Zeit bis zum Erwachsensein zu überbrücken. Trotzdem ist diese Phase der Selbstfindung Abgrenzung, was die Sehnsucht nach Eigenständigkeit und innerer Freiheit deutlich macht.

Nein sagen macht einsam

Nein sagen macht einsam, ist aber Voraussetzung  um erwachsen zu werden. Ohne die Bereitschaft Nein zu sagen und sich damit von der sicheren Familie zu lösen, bleibt dieser Entwicklungsschritt unvollendet. Man bleibt sozusagen in der Kindheit stecken.

Dann kannst du gehen..

Wer seinen Eltern noch nie ein tief überzeugtes Nein entgegnete - ist auch im Alltag nicht in der Lage, gegenüber anderen ein verbindliches Nein auszusprechen. ‚Nein’ ist mehr als nur die Antwort auf eine Frage.

Wer selber Vater oder Mutter ist und sich vorstellen kann, wie ihm die bald erwachsene Tochter oder der halbwüchsige Sohn mit klarem Nein antwortet, fühlt im Innersten unmittelbar Distanz zu seinen Lieben. Eltern sind dann versucht zu sagen: Dann kannst du gehen..

In der Tiefe des Herzens bedeutet das Nein eines Jugendlichen gegenüber den Eltern: Nein, ich gehöre dir nicht! Es ist gleichbedeutend mit der Trennung von den Eltern und dem Verzicht auf deren Sicherheitsnetz.

Eltern sollten darauf stolz reagieren, anstatt die werdenden Erwachsenen an sich zu binden.

Über diese Brücke musst du gehen

Die Jugend mit seinen Abgrenzungen ist ein Entwicklungsschritt. Gleichzeitig ist sie die Brücke von der Kindheit ins Erwachsensein. Jeder muss über diese Brücke gehen, um im Erwachsensein anzukommen.

Dazu müssen wir eine Seite verlassen, um auf der anderen Seite anzukommen. Doch dies hat Folgen, vor denen wir uns fürchten. Im Alltag lassen uns immer dieselben Gefühle straucheln.

Hat sich gelohnt

Die Sitzung mit Erwin brachten mir mehr Selbstvertrauen, neue Gesichtspunkte und ich lernte in der Problemsituation NEIN zu sagen. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt und ich würde dieses Selbstmanagement Meeting vielen Menschen weiter empfehlen.

Carole ... Verkaufsassistentin

Nein-sagen weckt Ängste, die ähnlich sind, wie die Ängste des Jugendlichen, der die Familie verlässt: Was könnte mein Gegenüber jetzt über mich denken? Wird er mich jemals wieder bitten, etwas für ihn zu tun?

Werde ich dann noch gebraucht oder bin ich allein und verloren? Innerlich fürchten wir, was aus derart ungehörigem Benehmen folgen könnte. Es braucht Mut und echtes Selbstbewusstsein, Nein zu sagen:

  1. weil ich nach einem Nein nicht mehr dazu gehöre
  2. Mut, weil ich denke, nicht mehr geliebt zu werden
  3. nach einem Nein habe ich die Konsequenzen zu tragen

Echtes Selbstbewusstsein ist Voraussetzung

Ich mache die Erfahrung, dass sämtliche Tricks und Versuche vergeblich sind, sein Inneres zum Nein sagen zu überlisten. Sobald jemand mit den genannten drei Punkten hadert, ist es ihm unmöglich, mit einem überzeugten ‚Nein’ zu antworten.

Gleichgültig worum es sich handelt, die tiefe Angst vor den möglichen Folgen bleibt. Übliche Ratschläge zielen darauf ab, diese Ängste zu überwinden, zu unterdrücken oder sich die möglichen Konsequenzen schön zu reden.

Leider funktioniert das selten, denn daraus entsteht kein Selbstbewusstsein. Das ist jedoch nicht nur notwendig, sondern die Voraussetzung. Nicht nur, dass Konsequenzen aus Nein sagen entstehen, sondern als Erwachsener habe ich die Folgen meines Handelns allein auszubaden:

Mamma und Papa tun das nicht mehr für mich. Wer diese Wirklichkeit nicht sieht, steckt in einem kindlichen Bewusstsein fest und glaubt irrtümlich, dass Nein sagen lebensbedrohlich ist:

  1. wenn ich nicht dazu gehöre, dann bin ich allein und verloren
  2. ich will geliebt werden - sonst bin ich allein und verloren
  3. weil ich hilflos und zu klein bin, um die Konsequenzen zu tragen

Selbstbewusste Menschen stellen sich den möglichen Folgen ihres Handelns, obwohl die Konsequenzen manchmal unangenehm sind :

  1. eine Gemeinschaft verlassen zu müssen und nicht mehr dazu gehören
  2. es kann sein, dass mich dafür jemand verachtet..
  3. und vielleicht trennt sich mein Arbeitgeber von mir, wenn ich beispielsweise keine Überstunden leiste

Die Wirklichkeit sehen!

Es geht folglich darum, in erwachsener Haltung selbstbewusst "Nein" zu sagen. Doch es bleibt die Frage, wie findet der Einzelne in diese Qualität, eines erwachsenen Selbstbewusstseins? Sobald er die Kindheit zurück lässt, die Brücke ganz überquert und damit in seine eigene Welt geboren wird, entspricht das einem Ja zu seinem Sein.

Letztendlich ist das Erwachsensein. Die Sehnsucht des Lebens erfüllt sich mit der Zustimmung gegenüber mir und dem Leben. Folglich sind keine Tricks notwendig, damit ein Einzelner Nein sagt. Es handelt sich eher um das Anerkennen der Wirklichkeit und ist die natürliche Entwicklung jedes Einzelnen.

Es ist für einen Jugendlichen normal, dass er sich von den Eltern abgrenzt. Das schafft die Voraussetzung, um zu seinem Sein zu finden. Im darauf folgenden Schritt, stimmt er seiner Geschichte und Individualität vorbehaltlos zu.

Abgrenzen lernen schon in der Kindheit

Mit der Zustimmung entsteht erwachsenes Selbstbewusstsein, weil man sich der Wirklichkeit stellt und sie nicht zu meiden sucht. Gleichzeitig erkenne ich als Erwachsener, dass die Kindheit vorbei ist. Sie ist sozusagen untergegangen.

Deshalb sind kindliche Gefühle für einen Erwachsenen wenig hilfreich. Er muss sie aber als Teil seiner Selbst anerkennen. Auch wenn alte Gefühle manchmal schmerzlich sind, gehören sie auf seinem Weg dazu. Man muss nichts loslassen, sondern einzig die Wirklichkeit sehen. Das bedeutet Erwachsen werden!

Kein Weg führt an dieser Wirklichkeit vorbei, das Seelenleben jedes Einzelnen will es so! Man kann versuchen, sich zu weigern, oder sich einfach dieser Entwicklung hingeben.

Nein ist nur ein Zwischenschritt

Wer es noch nicht gelernt hat, muss diesen Entwicklungsschritt tun. Nein sagen lernen und sich mit allen Konsequenzen abgrenzen. Es ist ein notwendiger Zwischenschritt, Nein zu den Eltern zu sagen und Distanz herzustellen.

Erst danach kann sich aus dem abgrenzenden Nein gegenüber den Eltern, ein verbindendes Ja zu mir selbst entwickeln. Ein Ja zu mir, zu meiner Einzigartigkeit und zu meinem Alleinsein. Mit dem Ja zu mir, versöhne ich mich innerlich mit meinem Vater und meiner Mutter.

Der Einzelne entspannt sich, sobald er gegenüber seiner Geschichte und seinen Eltern sagen kann: Alles ist gut, so wie es war.

Fazit: Das Nein wird zum Ja

Wenn ich innerlich Ja zu mir sage, beantworte ich die Bitte eines Dritten unter gleichzeitiger Wahrnehmung meiner Individualität. Es versetzt mich in die Lage, meine Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und selbstbewusst auszudrücken.

Dieses Selbst-Bewusstsein ist echt, weil erwachsen. Weder gesellschaftliche Vorstellungen noch elterliche Anweisungen hemmen mich jetzt in meiner Antwort. Jede Antwort zu meinem Gegenüber, ist auch ein Ja zu mir, gleichgültig wie sie lautet.

Mit erwachsenem Selbstbewusstsein gelingt es leicht, seinem Weg treu zu sein und treu zu bleiben.

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