Selbstreflexion: Berufsfindung durch Selbsterkenntnis

Berufsfindung durch Selbstreflexion

Zur Berufsfindung und für die berufliche Neuorientierung hilft Selbstreflexion sowie Selbsterkenntnis; wiederholt reflektieren, sich zu fragen, wie fühlt sich diese Tätigkeit an, wahrnehmen und in den Körper lauschen gehören zur Selbstbeobachtung.

Durch Selbstreflexion gewinnen Sie Selbsterkenntnis, das geht jedoch nicht ohne kritische Fragen an die eigene Adresse. Selbstbeobachtung bedeutet nachzudenken; was hat man getan hat und wie die Umsetzungsstrategie war? Eine Fähigkeit, die bei der Berufswahl dienlich ist.

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Selbstreflexion dient aber nicht nur zur Berufsfindung, sondern erweist sich als besonders hilfreich, wenn Sie bspw. ein Vorstellungsgespräch vorbereiten. Dabei unterstützt Sie das reflexive Bewusstsein, damit Sie sich an Ihre Erfahrungen erinnern und neue Ideen entwickeln.

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Ich hoffe, Sie anerkennen wie wichtig Selbstreflexion bei der Berufsfindung ist und erleben auch, dass Sie mit diesen Tipps den passenden Beruf finden.

Berufsfindung und Jobsuche

Wozu ist Selbsterkenntnis notwendig, könnte man sich fragen? Man lernt sich besser kennen und kann so eine kluge Berufswahl treffen. Dazu ist man in der Lage den Job, die Arbeitsstelle und seine Umwelt mit neuen Augen zu sehen.

Durch Selbsterkenntnis schützt man sich vor Selbsttäuschung. Man kann bei Bedarf seine Berufswahl überdenken, oder später eine berufliche Neuorientierung in Erwägung zu ziehen.

Reflektieren bedeutet über sich selbst nachzudenken, vielleicht sogar innerlich zu kritisieren. Dabei geht es nicht um Selbstkritik, sondern, um das Bewusstsein von Fähigkeiten, Interessen, Motiven und Bedürfnissen.

Berufsfindung durch spezifische Fragen​​​​​

  • Passt meine Persönlichkeit zum Beruf?
  • Welche Gerüche mag ich und welche nicht? (Holz od. Metall)
  • Gibt es bestimmte Klänge, die ich nicht mag oder besonder mag?
  • Möchte ich im Team arbeiten oder liebe ich die Arbeit als Solist?
  • Habe ich Allergien, die gewisse Berufe verunmöglichen?
  • Welche Berufsfähigkeiten habe ich? (Persönliche Eigenschaften)
  • Welcher Persönlichkeitstyp bin ich? (www.explorix.ch)
  • Bei welcher Tätigkeit erlebe ich Flow?
  • Welche Interessen bringe ich mit? 
  • Welche Motive prägen mein Arbeitsleben?

Wer auch seine Schwächen akzeptiert gewinnt einiges an Selbstakzeptanz, was sich letztlich auch in einem Bewerbungsgespräch vorteilhaft auswirkt. Selbstbewusste Menschen wissen, dass Sie innere Kraft gewinnen, wenn sie die Schwächen genau so schätzen wie die Stärken. Letztlich können sie das bei einer Jobsuche gewinnbringend einsetzten.

Personalverantwortliche fragen bei einem Bewerbungsgespräch oft nach den Stärken und Schwächen eines Menschen. Kennen Sie Ihr Stärken-Schwächen-Profil? Dann zeigt Sie das als reflektierte Persönlichkeit. Wer zudem erklären kann, wie er seinen Schwächen begegnet, was er tut, um vermeintlichen Schwächen zu adaptieren, gewinnt in einem Auswahlverfahren wichtige Pluspunkte

Unbewusste Motive aufspüren

Zudem erweist es sich als hilfreich, wenn man seine persönlichen Bedürfnisse und Motive kennt. Denn es erlaubt dem Einzelnen seine Arbeit danach auszurichten und dadurch Befriedigung und Motivation bei der Arbeit zu erfahren.

Schließlich fördert das Gesundheit und Wohlbefinden, weil man vermehrt das tun kann was man wirklich will und darin Erfüllung findet. Dies führt konsequenterweise zu mehr Arbeitsfreude und stellt deshalb einen wichtigen Eckpfeiler effektiver Stressbewältigung dar.

Ziele für die Berufsfindung

Es lohnt sich bei dieser Gelegenheit auch seine Berufsziele zu explorieren, sich also zu fragen, inwiefern die Ziele in der aktuellen beruflichen Arbeitssituation erfüllt werden.

Schnell wird man in der Berufsfindung auf neue Fährten gelockt und feststellen, dass es sich dabei nicht nur um Oberflächliches handeln kann, sondern darum, ob es einem gelingt seine wichtigsten Bedürfnisse im beruflichen Alltag zu befriedigen. 

Nachfolgend eine kleine Liste, die bei der Berufsfindung auch berücksichtigt inwiefern wichtige Bedürfnisse befriedigt werden können. Die Wichtigkeit, die Realisierbarkeit und der bisherige Erfolg beim einzelnen Ziel ist dabei jeweils zu bewerten. Wertvolle Denkanregungen für die Berufsfindung.

Einige Berufsziele sind bestimmt erfüllt während andere noch Aufmerksamkeit benötigen:

Berufssziele mit denen Sie Einfluss und Macht gewinnen

  • Kann ich genügend Einfluss ausüben?
  • Habe ich Möglichkeiten, mich in Gruppen durchzusetzen?
  • Darf ich Gruppen anleiten und gemeinsame Ziele anstreben?
  • Ist es möglich, einen hohen Status erreichen?
  • Wäre es möglich in der Öffentlichkeit Anerkennung zu gewinnen?
  • Kann ich eine Position mit Prestige einnehmen?
  • Möchte ich anderen Helfen und sie unterstützen?
  • Will ich mich für andere einsetzen?
  • Habe ich das Bedürfnis Wissen weiter zu geben?

Berufsziele die Leistungen und Herausforderungen ermöglichen

  • Ist für ständige Weiterbildung gesorgt?
  • Will ich kontinuierlich neues Wissen erwerben?
  • Möchte ich mich sich ständig verbessern nach innerem Wertmaßstab?
  • Kann ich meine Fähigkeiten weiterentwickeln?
  • Kann ich an Wettbewerben teilnehmen?
  • Ist es möglich, die eigenen Leistungsmaßstäbe zu übertreffen?

Berufsziele, die Beziehungen und Freundschaft betreffen

  • Darf ich eine tiefgehende Beziehung erleben?
  • Kann ich Zuneigung und Liebe schenken?
  • Habe ich vertrauensvolle Beziehungen zu anderen?
  • Möchte oder muss ich oft unter Menschen sein?
  • Habe ich einen grossen Bekanntenkreis
  • Kann ich viel mit anderen Menschen zusammen unternehmen
  • Pflege ich viele soziale Kontakte

Wer schon Kenntnisse zu den eigenen impliziten (unbewussten) Motiven und Bedürfnissen hat, kann in den herausragenden Bereichen vermehrt Berufsziele setzen. Dazu erlaubt es, seine Arbeit motivpassend anreichern.

Das bedeutet, seine Berufstätigkeit und Arbeitssituationen mit Blick auf sein Potenzial bezüglich Motivation zu analysieren und auszunutzen. Denn es handelt sich um reflektierende Fragen zu den Motiven: Machtmotiv, Leistungsmotiv und Beziehungsmotiv.

Unterstützung bei der Berufsfindung

Am besten weiß man über sich selber Bescheid. Lassen Sie sich bei der Selbsterkennung also nicht durch fremde Kritiker aus dem Konzept bringen. Nicht umsonst heißt es Selbstreflexion. Zudem müssten Hinweise anderer Menschen wertfrei und ressourcenorientiert sein - leider ist das aber selten der Fall.

Selbsterkenntnis, nicht nur bei der Berufsfindung

Bekanntlich prägen Motive und Bedürfnisse unser Berufsleben. So auch das Bedürfnis nach freiem Selbstsein, Selbstentfaltung und Selbsterkenntnis. Das Freiheitsmotiv zeichnet sich dadurch aus, dass Menschen mit einem prägenden Freiheitsmotiv ständig nach Selbsterkenntnis streben. Kongruent zu handeln und mit den inneren Werten in Übereinstimmung zu sein, ist ihnen besonders wichtig. Genießen und die Freude an neuer Erfahrung gehören auch zum Freiheitsmotiv.

Oft teilen uns Mitmenschen ungefragt mit, wie und wer wir sind und schlimmer noch, was daran schlecht sein soll. Jeder Mensch hat jedoch seine persönliche Sichtweise und sieht sein Gegenüber durch seine eigene Brille. Das bedeutet immer auch aus eigenen moralischen, gesellschaftlichen und religiösen Gesichtspunkten.

Entsprechend wird der selbe Mensch unterschiedlich gesehen, je nach dem, wer mit welchen Maßstäben Kritik übt. Anstatt jemanden zu ermutigen geschieht es unbeabsichtigt, dass man sein Gegenüber unvorteilhaft anspricht. Grundsätzlich sollte bei solchen Gesprächen die Aufmerksamkeit auf die Ressourcen und das Potenzial einer Person konzentriert werden.

Bewertungen und Selbstkenntnis

Zurück zu den Bewertungen bzw. Eigenschaften. Mit einem Interessentest erkunden Sie das persönliche Interessenprofil. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Anregungen zur Berufsfindung zu möglichen Berufen und beruflichen Tätigkeiten.

Ergänzend hat man damit neben den beruflichen Fähigkeiten auch die Ergebnisse aus dem erwähnten Test. Zusammen entsteht damit eine ziemlich gute Ideenpalette für eine alternative Arbeitsstelle. Natürlich wäre ein neutraler Fähigkeitstest empfehlenswert, denn oft reichen die Schulnoten nicht aus, um die berufliche Fähigkeiten befriedigend zu eruieren.

Zum erwähnten Interessentest und dem Fähigkeitstest kann eine Potenzialanalyse weitere wichtige Daten liefern. Beispielsweise hilfreiche Informationen zu versteckten Motiven, dazu Selbststeuerungskompetenzen und weiteres zu den bewussten Umsetzungsstrategien.

Selbstreflexion zur Berufsfindung

Insgesamt sind Fähigkeitstest, Interessentest und Potenzialanalyse eine gute Palette zur Selbsteinschätzung für die Berufsfindung oder zur beruflichen Neuorientierung. Wer sich einen passenden Beruf auswählen möchte, will eine Idee dazu haben welche Tätigkeit und damit, welcher Beruf zu seiner Persönlichkeit passt.

Er möchte auch wissen, wie er seine Persönlichkeit entwickeln kann und was er tun kann, um vermehrt Arbeitsfreude zu erleben. Dazu ist vertiefte Selbsterkenntnis besonders gut geeignet wozu bekanntlich Selbstreflexion hilft.

Selbstreflexion: Vorstellungsgespräch vorbereiten

Vergessen Sie nicht, ein anstehendes Vorstellungsgespräch vorzubereiten, indem Sie sich zum Jobangebot Fragen stellen. Sie werden staunen, welche Antworten Ihr Selbst liefert:

  • Warum bin ich die richtige Wahl für den Job?
  • Mit welchen Fähigkeiten und Stärken helfe ich "deren" Probleme zu lösen
  • Welche "gebotenen" Tätigkeiten machen mir besonders Freude und treiben mich an?
  • Welche Schlüsselkompetenzen (Soft Skills) bringe ich für den Job mit?
  • Wie denke ich über dieses Unternehmen und die Produkte und wie fühlt sich das an?
  • Was spricht gegen mich und wie antworte ich "ehrlich" darauf?
  • Was spricht aus meiner Warte gegen eine Anstellung und wie fühlt sich das an?
  • Muss ich diesen Job haben - und was wäre, wenn ich ihn nicht kriege?

Dabei sollte bei der Berufswahlentscheidung oder beruflichen Neuorientierung auf jeden Fall ein Motivprofil mit einbezogen werden. Selbsterkenntnis bedingt mehr als eine Ahnung zu den unbewussten Motiven. Sie spielen neben den bewussten Motiven eine wichtige Rolle, weil sich das Selbstbild mit den unbewussten Motive selten deckt.

Häufig zeigen sich erhebliche Differenzen zwischen den bewussten und unbewussten Motiven, was ein Hinweis zu versteckten Stressoren oder ungenutzten Potenzialen sein kann. Und, Motive erweisen sich als wichtige Bausteine in der beruflichen Laufbahnberatung. Sie beeinflussen die Zufriedenheit am Arbeitsplatz entscheidend. Deshalb kann man sich selten genug um seine Selbsterkenntnis kümmern, besonders zum Zeitpunkt der Berufsfindung.

Weil Beruf und Arbeit den grössten Teil des Tages einnimmt, kann man für die Berufsfindung nicht genug Zeit investieren. Wenn Sie eine Berufswahl treffen oder sich beruflich neu orientieren, dann hoffe ich, Sie wurden inspiriert. Ansonsten sehen wir uns hier wieder ;-)) gerne auch bei einer Laufbahnberatung oder beim individuellen Selbstmanagement Training - schreiben Sie mir dazu einfach eine Mail!

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