Selbstsicherheit trainieren und selbstsicherer werden

Selbstsicherheit trainieren selbstsicherer werden

Selbstsicherheit trainieren macht Spaß: Man lernt seine körpereigenen Signale wahrnehmen und kann dadurch selbstsicherer werden. Entsprechend folgen die Handlungen. Wie man Selbstsicherheit lernen kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wer Selbstsicher lebt gewinnt Lebensfreude, denn er entscheidet im Einklang seiner Gefühle und Emotionen. Das stärkt zudem sein Selbstwertgefühl. Zuhause wie im Beruf braucht es kluge Entscheidungen. Dabei sind Führungskräfte skeptisch, wenn sie hören, dass für schnelle und kluge Entscheidungen neben dem Verstand auch der Körper gebraucht wird.

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Selbstsicherheit trainieren ist lernen zu fühlen

Selbstsicherheit trainieren hat nichts mit Vernunft und Verstand zu tun. Sondern es hat mit Gefühlen und Emotionen zu tun.

Es können nur Menschen selbstsicher sein, die ihre Körpergefühle wahrnehmen und ihre Emotionen einordnen können. Deshalb ist die bewusste Wahrnehmung seiner Gefühle gleichzeitig mit einem Lernprozess verbunden. 

Dabei ist sind Bewusstheit und Verstand nicht geringer zu werden. Einzig, seinen Körper als Signalgeber zu verstehen. Wer jedoch seinen Körper nicht mehr wahrnimmt, muss zuerst seine Selbstwahrnehmung trainieren.

Selbstwahrnehmung zur Selbstsicherheit

Warum ist das so wichtig, sich in Selbstwahrnehmung zu üben?

Ganz einfach, wer in der Lage ist sein Selbst wahrzunehmen lebt nicht nur gesünder, sondern er fällt zudem kluge Entscheidungen.

Es entstehen weniger Fehlentscheidungen, wenn Sie in der Lage sind, bei Ihren Entscheidungen, alle Ihre bereits gemachten Erfahrungen automatisch mit zu berücksichtigen.

Logisch, werden Sie denken! Doch das machen längst nicht alle.

Psychologen sind sich zudem einig, dass Menschen psychisch gesünder leben, die ihre Handlungen im Einklang mit Ihren Gefühlen koordinieren.

Fachleute vermuten sogar, dass Menschen häufiger Depressionen entwickeln wenn sie regelmäßig ihre Gefühle und Emotionen missachten.

Selbstsicherer werden durch Erfahrungen

Ein Mensch speichert alle seine Erfahrungen die er im Laufe seines Lebens macht in seinem Erfahrungsgedächtnis.

Er verknüpft jede Erfahrung mit einer Bewertung in Gestalt eines somatischen Markers. So nennt der Gehirnforscher Antonio Damasio solche Gefühle und Emotionen.

Ständig sieht, spürt, hört, riecht oder schmeckt ein Mensch. Zudem vergleicht er seine Wahrnehmungen unbewusst mit den bereits gemachten Erfahrungen.

Innert Millisekunden liefert das Unbewusste jeweils seine Bewertung dazu als "mag ich" oder "mag ich nicht".

Dieses Gefühl ist zwar eher diffus, trotzdem eindeutig!

Noch bevor wir mit dem bewussten Verstand eine Situation messerscharf analysieren, Fakten einander gegenüber stellen, ist im Unbewussten schon eine Entscheidung gefallen.

Empfehlungen aus dem Unbewussten

Entscheidet man sich dann bewusst gegen die "Empfehlung" des Unterbewusstseins kann das gute Gründe haben.

Beispielsweise wird ein bevorstehender Zahnarztbesuch vom Unterbewusstsein in den meisten Fällen mit "mag ich nicht" signalisiert.

Trotzdem sprechen nahe liegende Argumente für einen Zahnarztbesuch. Denn Selbstsicherheit trainieren bedeutet deshalb nicht, prinzipiell entgegen den Verstand zu handeln.

Man wird also sein "Selbst" übersteuern und entgegen dem inneren Befehl "mag ich nicht" zum Zahnarzt gehen.

Psychologen sind sich einig, Menschen die mehrheitlich ihren Gefühlsempfehlungen folgen, stärken ihr Immunsystem und sind weniger krank.

Handelt ein Mensch meistens entgegen den inneren Erfahrungen seines Unterbewusstseins, schadet das langfristig seiner psychischen Gesundheit.

Entscheidungen gegen sein Selbst

Im Prinzip agiert jemand in solchen Momenten gegen seinen inneren Kern und entgegen seinem persönlichen Gefühl für sich selbst.

Er entscheidet dann aufgrund fremder Normen und Werte. Oft sagen diese Menschen: "Ich habe das Gefühl neben mir zu stehen."

Natürlich untergräbt das die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein. Nur wer seinen ganzen Erfahrungsschatz zu Rate zieht, fällt gute Entscheidungen.

Wer hingegen sein Selbstbewusstsein stärken möchte, sollte zuerst seiner Wahrnehmung vertrauen.

Danach, bewusste Entscheidungen mit seinen unbewussten Entscheidungen koordiniert.

Innere Zerrissenheit

Allein das Selbst eines jeden Menschen hat alle Informationen dazu was für ihn gut oder schlecht ist.

Innere Zerrissenheit und innere Unruhe entsteht, wenn Verstand und Unbewusstes verschiedene Empfehlungen abgeben.

Es gilt also die beiden neuronalen Systeme, die übrigens unabhängig voneinander arbeiten, zu koordinieren.

Sobald das emotionale Erfahrungsgedächtnis in Entscheidungen mit einbezogen wird, verschwindet innere Zerrissenheit und Unruhe.

Nicht nur das, wenn bewusster Verstand und das Unterbewusstsein am selben Strick ziehen entsteht Motivation von allein.

Leider versuchen viele Menschen ihre Gefühle in den Griff zu bekommen. Sie üben sich im Pokerface oder wollen sich von ihren Körpergefühlen abschneiden.

Nicht nur das damit Fehlentscheidungen wahrscheinlicher sind, sondern es verunmöglicht jede natürliche Selbstsicherheit.

Selbstsicherheit lernen

Im Coaching ist das Training von Selbstsicherheit bzw. das Üben der Selbstwahrnehmung ein wichtiger Bestandteil. Zu wissen was man will, sorgt für Zufriedenheit und Glücksgefühle.

Selbstsicherheit gewinnen Sie indem Sie die Körpersignale und Emotionen lernen wieder wahrzunehmen. Dann fällen Sie selbstsichere Entscheidungen.

Fakten allein und bewusstes Denken sichern noch keine guten Entscheidungen.

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Leiter des Max Planck Instituts meint dazu: "Das meiste was wir an Intelligenz haben ist unbewusst und beruht auf Erfahrungen."

Reicher Erfahrungsschatz im Unbewussten

Haben Sie gewusst, dass ein Mensch unbewusst gleichzeitig tausende von Erfahrungen verarbeitet und die meisten dieser Entscheidungen nicht einmal in sein Bewusstsein dringen?

Deshalb sollte man sich dem Schatz des Unbewussten öffnen.

Permanent liefert das Unterbewusste Körpersignale und bewertende Kommentare zu dem was man gerade tut oder was im Umfeld eines Menschen geschieht.

Gefühle und Körpersignale bewusst wahrnehmen und sein Handeln danach ausrichten, ist bewusstes Training an Selbstsicherheit und eine unverzichtbare Hilfe in Beruf und Alltag.

Coaching und die Arbeit mit Körpergefühlen auf eine spielerische Art und Weise ist eine Möglichkeit Selbstsicherheit zu trainieren und danach aufgrund eigener Maßstäbe zu entscheiden.

Orientierung im Selbst

Deshalb können Sie keine Selbstsicherheit gewinnen, solange Sie sich mehrheitlich nach fremden Maßstäben orientieren und sich fragen, was Sie wollen sollen.

Erst Ihre Körpergefühle und Emotionen bilden ein unverzichtbares Leitsystem zu guten Entscheidungen.

Die Erkenntnisse aus Gehirnforschung und Psychologie sprechen dazu eine klare Sprache und bestätigen, dass ohne Gefühle gar nichts geht.

Letztendlich gewinnt der Einzelne durch Selbstwahrnehmung wichtige Unterstützung bei den vielen Entscheidungen die täglich anstehen.

Der Geist ist im Körper eingebettet

Informationen fließen zwischen Gehirn und Körper. Embodiment steht als Ausdruck dafür und beschreibt, dass Geistesprozesse nicht ohne körperlichen Bezug betrachtet werden sollten.

Wenn beispielsweise jemanden seine Stirn runzelt, könnte man vielleicht denken, dass dieser Mensch eine kritische Haltung eingenommen hat.

Mittlerweile gibt es Befunde in der psychologischen Forschung die auch das Gegenteil behaupten. Es ist demnach ebenso möglich, dass dieser Jemand eine kritische Haltung eingenommen hat, weil er die Stirn runzelt.

Informationen zwischen Geist und Körper fließen demnach auf beide Seiten. Es herrscht sozusagen Gegenverkehr. Das wird anschaulich beschrieben im lesenswerten Buch Embodiment. (Storch, Cantieni, Hüther und Tschacher, 2010).

Die Autoren kommen zum Schluss, dass Körperhaltung, Mimik oder Gestik den Geist beeinflussen und dies auch dann, wenn es keinen psychischen Grund dazu gibt. Diese These unterstützen eine Reihe von Studien welche diese Wechselwirkung von Körper und Geist bestätigen.

Es scheint nicht nur wahr zu sein, dass der Körper "Spiegel der Seele" ist, sondern es gilt ebenso in umgekehrter Richtung: Der Geist ist auch Spiegel des Körpers, (Storch, Tschacher).

Selbstsicherheit durch aufrichten des Körpers

Gehört demnach zu Selbstsicherheit neben der inneren Haltung, "ich stehe zu mir" auch die passende Körperhaltung? Ich meine JA.

Spätestens seit uns bewusst ist, wie Körperhaltung auf den Einzelnen wirkt, sollten wir vermehrt auf die Körperhaltung achten.

Beispielsweise könnte die körperliche Beweglichkeit auch die geistige Beweglichkeit beeinflussen.

Es gilt also, dem Körper und seiner Beweglichkeit genügend Aufmerksamkeit zu schenken, um auch in reiferem Alter, flexibel auf neue Gegebenheiten eingehen zu können.

Und wenn ich vermehrt mit Sportarten wie Yoga, Qigong oder Tai-Chi für ein erhöhtes Körperbewusstsein sorge, schule ich damit meine Selbstwahrnehmung und gewinne Sensibilität für Entscheidungen die zu mir passen.

Der Geist ist damit im Körper eingebettet und verbinden sich zu einer Einheit.

Entscheidungen gelingen schnell und leicht, weil ich Gefühle und feine Signale meines Körpers wieder wahrnehme. Dadurch kann ich mein Handeln und Fühlen wieder in Einklang bringen.

Durch innere Bilder die Selbstsicherheit trainieren

Innere Bilder helfen auch körperliche Bewegungen neu zu lernen wie die Cantienica Methode von Benita Cantieni eindrücklich beweist.

Bildliche Sprachanweisungen, gute Kenntnisse der menschlichen Anatomie und lange Erfahrungen der bestens ausgebildeten TrainerInnen helfen den Übenden wieder ein Gefühl für ihren Körper zu entwickeln.

Entfaltung und Aufrichtung sind die Stichworte: Wer denken kann wie bei ihm die körperliche Bewegung leicht und fließend möglich ist, kann sie später tatsächlich geschehen lassen.

Ich kann nur jedem diese Methode des Körpertrainings empfehlen, der mit körperlichen Herausforderungen zu kämpfen hat und erleben möchte, wie es sich anfühlt, wenn sich die körperliche Beweglichkeit ausweitet.

Ich trainiere seit einigen Monaten und erlebe ein völlig neues Körpergefühl, wiedergefundene Beweglichkeit und die Leichtigkeit vieler Bewegungen.

Fazit: Selbstsicherheit trainieren ist gesund

Was wäre, wenn sich der Einzelne vermehrt vorstellen könnte, dass die meisten Dinge mit Leichtigkeit gelingen können? Oder, vielleicht wollen Sie sich vorstellen, wie lustvoll es wäre Freiheit zu genießen.

Deshalb ist es für jeden Menschen von entscheidender Bedeutung, dass er seine positiven "somatischen Marker" bemerkt. Das sind die Momente in denen sein Selbst "mag ich" signalisiert.

Damit lernt Ihr Geist und Körper sich nach den schönen, leichten und lustvollen Dingen auszurichten, denn Ihr Selbst weiß sowieso was gut für Sie ist.

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