Selbstzweifel: Selbstvertrauen für den beruflichen Erfolg

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Selbstzweifel weist auf ein instabiles Selbstwertgefühl. Wer an sich zweifelt, bringt auch dem Leben gegenüber seine Zweifel zum Ausdruck. Misstrauen wird dann zum Lebensbegleiter und verhindert beruflichen Erfolg und Karriere.

Kontrolle und Selbstzweifel machen einsam. Man distanziert sich von anderen Menschen. Das Leben findet ohne einen statt. Unsicherheit, ständiges Zweifeln und Grübeln nagt wiederum am Selbstwertgefühl.

Gesunder Zweifel kann dagegen hilfreich sein. Wenn ich einer inneren Ahnung folge, z. B. ein ungutes Bauchgefühl habe, dann hat das nichts mit Selbstzweifel zu tun. Im Gegenteil! In diesem Augenblick meldet sich das Unbewusste als zweite Instanz neben dem bewussten Verstand. 

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Vertrauen anstatt Selbstzweifel

Gesunder Zweifel setzt Offenheit gegenüber neuen Erkenntnissen voraus. Es lässt die Möglichkeit zu, dass etwas anders ist als geglaubt. Selbstzweifel untergräbt jedoch den Selbstwert.

Wer an einer Sache zweifelt kann später erkennen, dass Wissen und Wahrnehmung manchmal auseinander klaffen. Entweder kennen wir neuere Fakten noch nicht oder es handelt sich um etwas, was sich im diesem Moment unserem Wissen entzieht.

Manchmal gilt es deshalb zusätzliche Fakten zu sammeln, die Sache zu überschlafen, sogar einfach zu warten kann hilfreich sein.

Fremde Fakten lassen manchmal zweifeln

Beispielsweise gibt es noch immer keine Erklärung dafür, wie Tiere Informationen von anderen Tieren empfangen, obwohl sie tausende von Kilometer von einander entfernt sind.

Von Satellitenaufnahmen des Tsunami's im Jahr 2004 weiss man, dass schon viele Stunden bevor die Flutwelle die Küsten erreichte, die meisten Tiere ins Landesinnere flüchteten. Es gibt Erklärungsversuche was die Tiere zu diesen Fluchtbewegungen veranlasste. Beobachter und Wissenschaftler fanden dazu aber keine gesicherten Erkenntnisse.

Wir können beobachten, wie sich Tiere verhalten und erfahren so, dass sie über die Gefahr der Flutwelle Bescheid wussten.

Trotzdem können wir uns dies nicht erklären. Wir können aber der eigenen Wahrnehmung vertrauen, auch wenn das Gesehene "unglaublich" wirkt.

Selbstzweifel wäre hingegen falsch, denn das Wahrgenommene kann unglaublich sein.

Und doch zeigt sich in diesem Beispiel erstmals eine Bewusstseins-Hierarchie.

Immer wenn unser Wissen begrenzt ist, müssen wir der Wahrnehmung vertrauen.

Ohne Vertrauen keine neue Erfahrung

Wenn sich ein Erwachsener Nichtschwimmer das erste Mal ins Wasser begibt, muss er der Tragkraft des Wassers vertrauen.

Sein Wissen dazu genügt nicht, er muss zusätzlich diesem Wissen vertrauen, um von der Eigenschaft des Wassers profitieren zu können.

Vertrauen ist in diesem Beispiel sogar eine Voraussetzung, um Schwimmen zu erlernen.

Ohne sich ein erstes Mal ins Wasser zu legen, erfährt man dessen Tragkraft nie.

Wer kein Vertrauen in dieses gesicherte Wissen hat und dieses anzweifelt, wird niemals den ersten Lernschritt wagen. Wer dazu an sich zweifelt wird ebenfalls nie in der Lage sein den ersten Schritt ins Wasser zu wagen.

Ein Nichtschwimmer benötigt deshalb Mut, wenn er sich das erste Mal ins Wasser legt. Selbstvertrauen genügt nicht, er könnte sinken - Mut gehört dazu.

Im schlimmsten Fall schluckt er dabei Wasser, was wenig tragisch ist.

Trotzdem ist der Selbstzweifel Grund dafür, dass sich viele Erwachsene niemals zutrauen Schwimmen zu lernen!

Sie entziehen sich damit einer wunderschönen Erfahrung und dem Leben.

Vertrauen ohne Beweise

Wer das erste Mal in einer Systemischen Aufstellung die Rolle eines Stellvertreters übernimmt, bezweifelt, dass er Gefühle eines anderen Menschen wahrnehmen kann.

Eines Menschen welcher nicht einmal im selben Raum ist. Manchmal sogar viele Kilometer weit davon entfernt.

Es gibt zu diesem Phänomen keine wissenschaftlichen Beweise.

Viele Teilnehmer haben das schon in einer systemischen Aufstellung erlebt.

Trotzdem wird diese menschliche Wahrnehmungsfähigkeit durch zahlreiche intelligente Kritiker bezweifelt.

Erneut scheint Vertrauen die Voraussetzung zu sein, um etwas zu erfahren das wissenschaftlichen Anforderungen nicht standhält.

Selbstzweifel entsteht auch, weil etwas nicht sein darf, was in unserer Wissensgesellschaft nicht sein kann. Im Zweifel zweifelt man an sich.

Die Kritiker entziehen sich einer erhellenden Erfahrung und ein Stück weit auch dem Leben, weil sie ihrer Wahrnehmung nicht vertrauen.

Ein gewählter Stellvertreter in einer Systemischen Aufstellung benötigt Mut und Achtsamkeit, denn er muss sich zuerst dem Nichtwissen aussetzen.

Er weiss nicht, was er wahrnehmen wird.

Offen für das Neue

Er muss sich etwas Grösserem hingeben, gleichzeitig Zweifel und Kontrolle zurück lassen. Nur wer vertraut, öffnet sich für eine noch unbekannte Erfahrung.

Es gilt achtsam ins Innere zu lauschen und mit offenem Herzen zu sehen, zu fühlen und zu handeln. Es ist eine liebevolle Haltung, in der man im Herzen berührbar ist.

In Lebensaufstellungen setzen sich die Teilnehmer solchen Situationen regelmäßig aus: Sie verzichten in diesen Momenten bewusst auf Kontrolle und Macht und geben sich vertrauensvoll der Zukunft hin.

Je öfter sich jemand dieser Qualität aussetzt, desto besser gelingt ihm das Gleiche im wirklichen Leben.

Kontrolle und Misstrauen zerstören

Vertrauen heißt, dem Leben zu vertrauen, dem Ganzen und sich selbst zu vertrauen.

Es ist eine Erwachsene Lebenshaltung mit Vorteilen und Lebensqualität. Sie ist der zerstörerischen Kontrolle und dem nagenden Selbstzweifel weit überlegen und gelingt nur mit Liebe.

Ich meine damit die Liebe gegenüber dem Grossen, der Existenz.

Bei dieser Beschreibung werden Männer und Frauen zurückschrecken die in der Kindheit seelische Verletzungen erfuhren.

Sie misstrauen im Erwachsenleben weiterhin dem Unbekannten.

Wie kann man in dieser offenen Haltung neue Verletzungen vermeiden? Genau diesem Aspekte gilt es genug Aufmerksamkeit zu schenken.

Bekanntlich fürchten gebrannte Kinder das Feuer, hingegen wissen Erwachsene, wie man mit Verbrennungen umgeht, denn sie sind keine Kinder mehr. Sie dürfen und müssen nicht mehr zweifeln.

Verletzungen können im Leben geschehen und sie tun manchmal weh. Es hat selten etwas mit dem Verletzten zu tun.

Wer erkennt, dass er Erwachsen ist, kann sich neuen Erfahrungen öffnen und muss erkennen, dass das Leben ihn gewollt hat.

Und er lernt wieder zu vertrauen: Er muss nur diese Wirklichkeit sehen.

Verbundenheit und Lebenssinn

Der Nutzen aus einer Lebenshaltung in der Zweifel und Kontrolle dem Vertrauen Platz machen überwiegen sämtliche Ängste vor neuen Verletzungen.

Es bedeutet eine wichtige Steigerung der Lebensqualität sowie das Verschwinden von Einsamkeit und Sinnlosigkeit.

Lassen Sie mich zusammen fassen:

  • Zweifel und Kontrolle mögen in gewissen Situationen ihre Berechtigung haben, sie wirken aber zerstörerisch. Die Folge für den Einzelnen ist Einsamkeit und unbegründeten Selbstzweifel. Vertrauen ist die Basis und Voraussetzung für Verbundenheit und Zugehörigkeit.
  • Kontrolle aufgeben bedeutet auch, den Lauf des Lebens willentlich verändern zu wollen. Durch Vertrauen ins Ganze erschliesst sich dem Einzelnen, dass sich das Leben selbst genügt. Er nimmt am Leben teil und erkennt darin dessen Sinn.
  • Zweifel wirkt wie Gift, das die Lebendigkeit zerstört. Wer sich fallen lässt und dem Fluss des Lebens vertraut, spürt, dass er vom Leben getragen wird. Damit erkennt er auch sein Alleinsein und, dass es keine echte Sicherheit gibt: Die einzige Sicherheit begründet sich im Innern des Einzelnen.

Fazit: Bei all’ dem besteht keine Gewähr, dass es immer gut läuft und manchmal tut es weh; doch so ist das pralle Leben.

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